Viagra als staatliche Fürsorgepflicht
Strategisches Memorandum: Projekt „Standfest“
Von: Harry Hai (Geschäftsführer, Visionär)An: Alle Mitarbeiter, Den Betriebsrat (zur Kenntnisnahme, nicht zur Mitbestimmung!)
Werte Belegschaft, werte Ausbeutungsobjekte,
ich habe heute ein Urteil des OVG Rheinland-Pfalz gesichtet, das mir die Tränen in die Augen getrieben hat – vor Neid! Während wir hier bei Hai und Bonzen noch darüber diskutieren, ob Schichtleiter Berni Bär eine neue Batterie für sein Hörgerät als „betriebsnotwendige Instandsetzung“ durchbekommt, lässt sich der öffentliche Dienst die Standfestigkeit staatlich subventionieren.
Das Gericht sagt: „Wiederherstellung der normalen Erektionsfähigkeit“. Ich sage: Das ist Effizienzsteigerung par excellence! Wenn der Staat seine Diener schon nicht mit Gehalt motivieren kann, dann eben mit blauen Pillen. Eine Fürsorgepflicht, die im wahrsten Sinne des Wortes „hart“ durchgreift. Dass das Ganze unter das „Willkürverbot“ fällt, gefällt mir besonders gut. Willkür ist bei uns schließlich Chefsache und wird nicht verboten, sondern strategisch eingesetzt.
Greta meinte zwar gerade, dass „Erektile Dysfunktion“ der Name eines neuen französischen Parfüms sei, aber Professor Schantzinator hat mich bereits aufgeklärt: Es geht um die Einsatzbereitschaft der Hardware. Und da wir Marktführer für Wählscheibentelefone zum Mitnehmen sind, wissen wir: Wenn die Leitung tot ist, hilft auch das schönste Gehäuse nichts.
(OVG Rheinland-Pfalz, Az: 2 A 11755/01.OVG, Urteil vom 17.05.2002)
Soziale Gerechtigkeit: Damit der Betriebsrat Ruhe gibt, bekommt Meister Manni Muskel eine doppelte Ration.
Wir warten nicht bis 2133 auf den Aufschwung. Wir erzwingen ihn.
Hochachtungsvoll
Harry HaiGeschäftsführer & Inhaber der absoluten Wahrheit
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